Bevölkerung: 4,3 Millionen
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf: € 460 (1)
Bevölkerungsanteil unter Armutsgrenze: 29,1 % (2005) (2)
1)Quelle: Gwartney J. and
Lawson, R. (2006)
2)Quelle: Official website
Republic of Moldova
Republik
Moldau
Vor
20 Jahren war Moldau noch eine der wohlhabendsten Sowjetrepubliken.
Doch seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 führten
strukturelle Probleme zur Verarmung der Bevölkerung. Das
kleine Land zwischen Rumänien und der Ukraine setzt alles
daran um unabhängig von den traditionellen
Absatzmärkten der ehemaligen Sowjetunion zu werden, auf diesem
Weg sind jedoch massive wirtschaftliche Schwierigkeiten zu
bewältigen. Die zwei größten Schocks waren
einerseits die Schließung der ehemaligen russischen
Absatzmärkte für Wein, Gemüse und
Früchte, sowie andererseits die enorme Erhöhung der
Gaspreise.
Nicht genug damit, gab es 2007 eine Dürre katastrophalen
Ausmaßes, wie es sie seit Wetteraufzeichnung nur zweimal
bisher
gegeben hat. Diese Dürre hat zum niedrigsten Ernteertrag
innerhalb
der letzten Dekade geführt.
Ein soziales Problem ist die Abwanderung der arbeitenden
Bevölkerung; es wird geschätzt, dass
einschließlich der Saisonarbeitskräfte bis zu 1
Million Personen außerhalb von Moldau arbeiten.
Die Mehrheit dieser Menschen kommt aus kleinen Dörfern, wo die
Armutsrate am höchsten ist.
Trotzdem sind die Menschen motiviert diese wirtschaftliche
Herausforderung zu meistern, sie brauchen dazu anfangs jedoch
Unterstützung. Neben Verbesserung der Infrastruktur ist die
Schaffung von Arbeitsplätzen und eine bessere
landwirtschaftliche
Nutzung notwendig.
Obreja
Im
Nordwesten von Moldau, 35 km von der Stadt Balti entfernt, ist Obreja
eine Gemeinde mit ca. 3.000 Einwohnern, davon sind ca. 1/5 Kinder und
Jugendliche.
Der Ort verfügt über zwei Kindergärten und
Schulen, die sehr zweckmäßig und freundlich
eingerichtet bzw. ausgestattet sind.
Das Dorf ist fast ausschließlich auf Landwirtschaft
ausgerichtet.
Der
Bürgermeister Ghenadie Ganea ist an den Verein Confinis
herangetreten und hat um Hilfe und Unterstützung für
die
Lösung der anstehenden Probleme gebeten.
Neben der Erneuerung der Straße im Ort wird dringend ein
Kommunikationstreffpunkt für die EinwohnerInnen und
umliegenden Gemeinden benötigt. Die wirtschaftliche Existenz
der Landwirte muss verbessert werden und um die sozialen Probleme zu
verringern ist dringend die Schaffung von Arbeitsplätzen
außerhalb der Landwirtschaft notwendig.
Singerei
Singerei
ist eine Kleinstadt mit 15.000 EinwohnerInnen. Sie liegt zwischen Balti
und Obreja. Das Kindertherapiezentrum "Luminita" betreut und behandelt
Kinder mit Behinderungen. Diese Organisation ist die
Partnerorganisation von Confinis in Obreja und Singerei.
Die
Republik Moldawien weist einen hohen Prozentsatz von Kindern mit
schweren Behinderungen auf. Die Ursachen werden immer noch im
Atomreaktorunfall von Tschernobyl, in der großen Armut und in
der
mangelnden medizinischen Betreuung auf dem Lande gesehen. Die Frauen
arbeiten meist schwer bis zur Entbidung und haben in den meisten
Fällen keinerlei ärztliche Betreuung in der Zeit.
Straßenerneuerung
Die 1980 gebaute Dorfstraße bedarf einer Generalsanierung.
Das Straßennetz umfasst ca. 3 km und die Sanierungskosten
belaufen sich auf ca. € 150.000. Diese Sanierung ist dringend
notwendig um die Infrastruktur des Ortes zu verbessern.
Landwirtschaft:
Derzeit wird ein Großteil der Felder nicht bewirtschaftet,
weshalb der Ort geringe Steuereinnahmen hat. Die Jugend hat
außerhalb der Landwirtschaft keine berufliche Perspektive und
wandert deshalb ab, auch die Frauenarbeitslosigkeit ist hoch. Teilweise
werden die Felder verpachtet, aber dies auch immer nur für
sehr kurze Zeiträume. Um die
Überlebensfähigkeit der Bauern zu verbessern ist es
notwendig selbständige landwirtschaftliche Betriebe mit
möglicher Weiterverarbeitung der Produkte entstehen zu lassen.
Um den Aufbau wirtschaftlicher Strukturen zu unterstützen ist
es Confinis gelungen, Kontakte zwischen österreichischen
Investoren und moldawischen Landwirten herzustellen. Im Rahmen einer
Wirtschaftspartnerschaft wird nun seit 2009 auf ca. 20 ha
Fläche Kürbis angebaut.
In einem weiteren Schritt wird die Weiterverarbeitung von
landwirtschaftlichen Produkten vor Ort angestrebt. Auch die
Gründung von Produktionsbetrieben wäre vorteilhaft
für den Ort/ die Region.