Verein zur Durchführung mildtätiger Projekte in Entwicklungsländern



Nova Simja

Nova Simja hat seinen Aufgabenbereich erweitert und befasst sich nun auch mit Traumatherapie. Viele Heimkehrer, die in der Antiterroroperation, (die offizielle Bezeichnung für den kriegsähnlichen Zustand, der zwischen der von Russland unterstützten Aufständischen im Osten der Ukraine und dem ukrainischen Staat herrscht) sind schwer traumatisiert, was wiederum Auswirkungen auf die Familie hat.

Was die ukrainische Drogenpolitik betrifft, ist es durch die von der Stadt Wien unterstützten Studienreisen nach Wien gelungen, die Stadt Czernowitz für eine Drogenpolitik zu interessieren, die sich auf das Motto „Therapie statt Strafe“ stützt. Auch zu dem Thema der Einrichtung einer „Drogenkoordination“ nach Wiener Vorbild wird von Confinis eine Studienreise nach Wien organisiert.

 

Im 1. Halbjahr 2015 unterstützte das Land Kärnten wieder das Rehab-Tageszentrum Nova Simja mit Euro 1.800,- Essensgeld für betreute Kinder.

Czernowitz Rehabzentrum Nova Simja

Die ERSTE Privatstiftung hat das Projekt Rehabzentrum der Hilfsorganisation Nova Simja, Czernowitz/Ukraine, die sich vor allem um Jugendliche und Kinder aus Familien mit Drogenproblemen kümmert, wieder für ein Jahr mit 25.000 Euro unterstützt.

Durch die Auswirkungen des Kriegszustandes in der Ostukraine betreut diese Organisation auch Kinder von Flüchtlingsfamilien und verwundete Kriegsteilnehmer im Militärspital.

Auch 2015 unterstützen die ERSTE Privatstiftung mit 25.000 Euro und das Land Kärnten mit 1.800 Euro die Hilfsorganisation Nova Simja. Durch die Hilfe kann Nova Simja bereits das dritte Jahr vielen drogenkranken Menschen in ihrem Kampf um einen Ausstieg beistehen und vor allem Kindern zu einem geregelten Leben mit Schulbesuch verhelfen.


Auswirkungen des Kriegszustandes in der Ostukraine auf Drogenkranke:

Da bei den Drogenkranken durch die Stress-Situation der Kriegsereignisse eine erhöhte Gefahr von Ängsten, Erregungszuständen und Unsicherheit ihrer Existenz ausgelöst wird, ist das Risiko eines Rückfalls selbst bei Ausstiegswilligen vermehrt gegeben.

Offiziell werden Drogenkranke nicht in die Armee aufgenommen, sofern diese Menschen registriert sind. Aber die drogenkranken Jugendlichen schämen sich oft zu Hause zu bleiben, da sie ihr Land im Kampf unterstützten möchten.

Für einige Jugendliche führt die unsichere Situation zu Depressionen und sie beginnen mit Drogen zu experimentieren. So ist die Organisation Nova Simja in der Westukraine durch den Kriegszustand in der Ostukraine mit neuen Problemen in der Drogenszene konfrontiert.

 

Stiftung "Nova Simja"

Der Verein "Nova Simja" leistet Hilfe im Rahmen von Streetwork, indem die MitarbeiterInnen Spritzenwechsel, Medikamentenverteilung und AIDS-Tests, sowie Informationskampagnen und Aufklärung in Schulen durchführen. Weiters betreut "Nova Simja" Kinder, deren Eltern HIV-positiv oder AIDS-infiziert sind, wie auch Kinder die bereits selbst erkrankt sind.


Tatyana Berezhna, eine sehr mutige und entschlossene Frau, errichtete in Eigeninitiative ein Zentrum für Suchtprävention und Betreuung von drogensüchtigen Jugendlichen in Czernowitz.

 

Czernowitz

Czernowitz, einst Klein-Wien genannt und ehemals Hauptstadt des Herzogtums Bukowina, das bis 1919 zur k.u.k. Monarchie gehörte, hat eine turbulente Geschichte hinter sich. Viele Volksgruppen, wie Deutsche, Ukrainer, Rumänen, Polen und vor allem Juden lebten friedlich nebeneinander. Das jüdische Bürgertum (Nachzulesen „An der Zeiten Ränder“ herausgegeben von Cecile Cordon und Helmut Kusdat) pflegte die deutsche Sprache und Kultur als die Bukowina längst bei Rumänien war. 1941 brach jedoch auch hier das Nazi-Regime ein und vertrieb oder ermordete gemeinsam mit den Rumänen die jüdische Bevölkerung.

Heute gehört Czernowitz zur Ukraine und teilt die Armut vieler Provinzstädte dieses Landes. Leider verführt auch hier die ausweglose Situation einer hohen Arbeitslosigkeit und niedriger Einkommen viele Jugendliche Vergessen im Konsum von Drogen zu suchen.




Soziale Probleme der Ukraine

Als Folge der anhaltenden Wirtschaftskrise in der Ukraine verschärft sich auch die gesellschaftliche Krise. Etwa 80 % der Bevölkerung leben in einer permanenten Notsituation. Alkoholismus und Drogensucht, sowie die damit einhergehende Beschaffungskriminalität (vor allem Kinder- und Jugendkriminalität) erreichen erschreckende Ausmaße.

Wie im Unicef Bericht vom 30.11.2006 vermerkt steht Osteuropa an der Schwelle zu einer AIDS-Epidemie katastrophalen Ausmaßes, die nur durch breit angelegte Aufklärungskampagnen verhindert werden kann. In der Ukraine stiegen die Neuinfektionen von 14% im Jahr 2003 auf mehr als 35 Prozent in den ersten sechs Monaten des Jahres 2006 (lt. Unicef Bericht 30.11.2006). „Der Anteil der HIV infizierten Menschen liegt mit 1,5 % der ukrainischen Bevölkerung europaweit am höchsten. Schätzungsweise ein Viertel der rund 377.000 HIV-infizierten Menschen dort sind Jugendliche unter 20 Jahre.“ (Unicef 30.11.06)

Jugendliche, die auf der Straße leben, sind extrem gefährdet. Vor allem Mädchen werden oft sexuell missbraucht oder prostituieren sich, um an Drogen zu kommen. Von 29 Straßenkindern, die in Odessa von einer lokalen Hilfsorganisation die Möglichkeit zum HIV Test erhielten, waren 20 HIV-infiziert.

Auch Czernowitz ist mit einer ständig wachsenden Anzahl von Drogenkonsumenten konfrontiert. Nach offiziellen Angaben sind 10.000 – 12.000 Menschen drogensüchtig. Das sind etwa 9 % der erwerbstätigen Bevölkerung. Rechnet man die abhängigen Familienmitglieder dazu, vergrössert sich die Zahl der Betroffenen auf das zwei- bis dreifache.

Es gibt in Czernowitz noch kein städtisches Drogenzentrum.